Regatta München will Elitesportveranstaltungen zurück auf die Olympia-Regattastrecke holen

Regatta München e.V. hat sich Großes vorgenommen: Zwischen 2021 und 2024 will der Regattaverband der Metropolregion gemeinsam mit der Landeshauptstadt vier rudersportliche Großereignisse an die Olympia-Regattastrecke in München-Oberschleißheim holen und damit Münchens Anspruch als international anerkannter Regattastandort erneuern. Den ersten Satz an Hausaufgaben dafür hat Regatta München geleistet und abgegeben: Am 15. April ist die Bewerbungsfrist der FISA ausgelaufen. Heute hat der Weltruderverband bekanntgegeben, welche Bewerber für die weitere Bewerbungsphase berücksichtigt werden. München darf sich auf die European Rowing Junior Championships 2021, auf die World Rowing Masters Regatta 2022 sowie auf jeweils eine Regatta der World Rowing Cup (WRC)-Serie 2023 und 2024 Hoffnung machen.

„München hatte zuletzt mit dem World Rowing Cup 2012 ein World Rowing Event zu Gast. Mit unseren Bewerbungen setzen wir ein Zeichen, wie ernst es uns mit dem Regattabetrieb auf der Olympia-Regattastrecke ist. So sehr uns die Ausrichtung der bisherigen Regatten Spaß gemacht hat: Auf die Anlage gehören einfach regelmäßig hochkarätig besetzte, internationale Elitesportveranstaltungen“, sagt Oliver Bettzieche, Vorstandsvorsitzender von Regatta München e.V. „Fast 50 Jahre nach den Olympischen Spielen von 1972 ist es Zeit, wieder mutig zu sein und mehr zu wollen: Die Strecke gehört definitiv nicht zum alten Eisen. Sowohl die FISA als auch die internationale Rudergemeinde schätzt die fairen Bedingungen auf der Anlage. Sollten wir mit unseren Bewerbungen erfolgreich sein, soll das der nötige Impuls für die Landeshauptstadt München sein, das Renovierungsprojekt im Rahmen des Denkmalschutzes voranzutreiben und erfolgreich abzuschließen.“

Die vier Bewerbungen, die Regatta München in ehrenamtlicher Arbeit zusammengestellt und über den Deutschen Ruderverband eingereicht hat, treffen auf harten internationalen Wettbewerb. Insgesamt haben sich 21 nationale Ruderverbände mit 31 Regattastrecken weltweit als Veranstalter für elf zwischen 2021 und 2024 anstehende FISA-Regatten empfohlen. Der Deutsche Ruderverband hat neben München auch Brandenburg, Duisburg, Hamburg und Krefeld ins Rennen geschickt. Während die deutschen Bewerbungen komplementär gestellt wurden, konkurriert München je Event mit anderen Standorten.

Für die European Rowing Junior Championships 2021 interessieren sich neben München das französische Brive und Sabaudia in Italien. Die World Rowing Masters Regatta 2022 hätten auch gern die Schweden in Hjelmsjö, die Franzosen in Libourne, die Italiener in Varese oder die Südafrikaner in Pretoria zu Gast. Bei der dreiteiligen WRC-Serie läuft die Münchener Bewerbung jeweils für die zweite und dritte Regatta in 2023 und 2024. Mitbewerber um den WRC 2 sind Plovdiv in Bulgarien, Varese und das kroatische Zagreb im Jahr 2023; 2024 gibt es einen Zweikampf mit Zagreb. Um den WRC 3 bewerben sich Linz-Ottensheim, Luzern und Plovdiv im Jahr 2023, 2024 steht München in direkter Konkurrenz zu Luzern.

Bis zum 30. Juni 2019 haben alle Bewerber jetzt Zeit, in Absprache mit dem Event-Team der FISA ihre Unterlagen zu vervollständigen. Hier kommt insbesondere der Sicherstellung der Finanzierung eine wichtige Rolle zu: „Regatta München verfügt dank engagierter, ehrenamtlicher Helfer über die Ideen, das Know-how und die Motivation, professionelle Regatten mit hohem Anspruch auszurichten. Über das entsprechende Budget verfügen wir als gemeinnütziger Verein dagegen nicht“, sagt Oliver Bettzieche. „Eine Randsportart wie Rudern ist auf Sponsorengelder und Unterstützung aus öffentlichen Budgets angewiesen. Hier kommt eine große Aufgabe auf uns zu.“

Im September 2019 wird bekannt gegeben, welche Veranstaltung an welchen Standort geht. Das aufwändige Verfahren für die Event-Vergabe hat die FISA 2017 ins Leben gerufen, um Regattastandorten mehr Raum für eine langfristige, strategische Planung zu geben.